Grabarten
Es gibt zahlreiche Arten von Grabstellen und vielfach gelten dafür unterschiedliche Regelungen. Dies liegt zum einen an regionalen Unterschieden als auch an Unterschieden, die die Nutzungsbedingungen betreffen.
Nachfolgend seien hier einige Arten von Gräbern für die Beerdigung erklärt.
Erdwahlgrabstelle
Die Erdwahlgrabstelle gibt es in vier unterschiedlichen Varianten.
Eine Erdwahlgrabstelle ist eine Grabstelle, bei der man sich, wie der Name schon sagt, eine freie Stelle auf dem Friedhof auswählen kann. Die Nutzungsdauer dieser Grabstelle beginnt mit einer Laufzeit von 20 Jahren und kann beliebig verlängert werden.
In einer Einzel-Erdwahlgrabstelle kann ein Sarg und eine Urne beigesetzt werden. Bei einer Zubettung (späterer Beisetzung) entweder eines Sarges oder einer Urne verlängert sich die Laufzeit automatisch wieder um 20 Jahre.
Weiterhin gibt es eine Doppel-Erdwahlgrabstelle - in dieser ist Platz für 2 Särge und 2 Urnen.
In einer Dreier-Erdwahlgrabstelle ist Platz für 3 Särge und 3 Urnen.
Das Maximum ist erreicht bei einer Vierer-Erdwahlgrabstelle mit einer Belegungsmöglichkeit von 4 Särgen und entsprechend 4 Urnen.
Für alle gilt: Mit jeder Zubettung verlängert sich die Nutzungsdauer um 20 Jahre.
Die Aufstellung eines Grabsteines ist bei allen Wahlgrabstellen möglich, Grabpflege ist erforderlich.
Eine Familiengrabstelle in diesem Sinne gibt es lt. Friedhofsgesetz nicht mehr. Allerdings werden die Doppel-, Dreifach und Vierfach-Wahlgrabstellen im Volksmund gern als Familiengrabstätte bezeichnet.
Erdreihengrabstelle
Eine Erdreihengrabstelle ist eine Grabstelle zur Beerdigung eines Sarges. Diese Grabstelle kann nicht verlängert werden. In der Regel erlischt das Nutzungsrecht nach 20 Jahren. Aus genau diesem Grund kann auch nicht dazugebettet werden, denn die Ruhezeit würde mit dem Tag der Nachbettung wieder bei 0 beginnen. Auf die Lage der Erdreihengrabstelle hat man keinen Einfluss. Es wird die Grabstelle genommen, die auf dem derzeitigen Gräberfeld als nächste an der Reihe ist. Die Aufstellung eines Grabmales ist möglich, Grabpflege erforderlich.
Anonyme Erdgrabstelle
In einer anonymen Erdgrabstelle wird auf einem dafür ausgewiesenen Gräberfeld ein Sarg pro Stelle beerdigt.
Es ist nicht möglich, eine Stelle auszuwählen und es ist auch nicht möglich, hinzuzubetten. Die Nutzungsdauer endet nach 20 Jahren ohne Möglichkeit der Verlängerung. Da sich die Grabstelle auf einer "grünen Wiese" befindet kann keine Grabbepflanzung erfolgen und auch kein Grabstein gesetzt werden. Blumen, die man zu Friedhofsbesuchen mitbringt können nur auf einer zentralen Blumen-Sammelstelle abgelegt werden.
Urnenwahlgrabstelle
Im Gegensatz zur Erdwahlgrabstelle können auf jeder Urnen-Wahlgrabstelle bis zu vier Urnen beigesetzt werden. Auch hier gilt: Bei jeder Zubettung verlängert sich die Nutzungsdauer wegen der Ruhezeit um 20 Jahre. Eine Urnenwahl-Grabstelle misst 1,00 m x 1,00 m. Die Aufstellung eines Grabsteins ist möglich, Grabpflege erforderlich.
Urnenreihengrabstelle
Eine Urnenreihengrabstelle ist eine Grabstelle zur Beerdigung einer Urne. Diese Grabstelle kann nicht verlängert werden. In der Regel erlischt das Nutzungsrecht nach 20 Jahren. Aus genau diesem Grund kann auch nicht dazugebettet werden, denn die Ruhezeit würde mit dem Tag der Nachbettung wieder bei 0 beginnen. Auf die Lage der Urnenreihengrabstelle hat man keinen Einfluss. Es wird die Grabstelle genommen, die auf dem derzeitigen Gräberfeld als nächste an der Reihe ist. Eine Urnen-Reihengrabstelle misst 50 cm x 50 cm. Auch hier kann ein Grabstein aufgestellt werden bzw. ein Kissenstein gelegt werden. Grabpflege ist erforderlich.
Anonyme Urnengrabstelle (auch Urnengemeinschaftsgrab genannt)
In einer anonymen Urnengrabstelle wird auf einem dafür ausgewiesenen Gräberfeld eine Urne pro Stelle beigesetzt. Es ist nicht möglich, eine Stelle auszuwählen und es ist auch nicht möglich, hinzuzubetten. Die Nutzungsdauer endet nach 20 Jahren ohne Möglichkeit der Verlängerung. Da sich die Grabstelle auf einer "grünen Wiese" befindet kann keine Bepflanzung der Grabstelle erfolgen und auch kein Grabstein gesetzt werden. Blumen, die man zu Friedhofsbesuchen mitbringt können nur auf einer zentralen Blumen-Sammelstelle abgelegt werden. Anonym beigesetzte Urnen können in der Regel auch nicht mehr umgebettet werden.
Entgegen landläufiger Meinung sind anonyme Beisetzungen nicht unbedingt die preiswerteste Alternative, zumindest nicht, was die Grabstelle angeht.
In einigen Regionen Deutschlands dürfen bei anonymen Beisetzungen auch keine Angehörigen anwesend sein.
Eine anonyme Grabstelle sollte immer wohl überlegt sein, denn am Ende fehlt den Angehörigen eventuell doch die Grabstelle als ein fester Platz der Trauer und des Gedenkens. Einziger fragwürdiger Vorteil ist die Tatsache, dass man sich nicht um die Grabpflege kümmern muss.
Das Kolumbarium/die Urnenwand
Diese Grabstelle liegt im Gegensatz zu allen anderen nicht unterirdisch. Es handelt sich dabei um eine Wand, die in viele kleine Fächer unterteilt ist. In jedem Fach finden, je nach Friedhof, ein bis zwei Urnen Platz. Verschlossen werden diese Fächer entweder mit Steinplatten, die wie bei einem Grabstein mit einer Gravur versehen sind oder, sofern sich das Kolumbarium innerhalb eines Gebäudes befindet, häufig auch mit Glastüren.
Einige Kolumbarien verfügen unterhalb der Fächer über kleine Bretter zum Ausziehen. Auf dem Brett kann dann z. B. ein Blumenschmuck abgelegt oder eine Kerze aufgestellt werden. Auch diese Art der Beisetzung läuft in der Regel mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren und wird, falls eine Zubettung möglich ist, um weitere 20 Jahre verlängert.
Die Ruhegemeinschaft
Hier in Berlin sind Ruhegemeinschaften auf einigen wenigen Friedhöfen vertreten. Unter diesen Ruhegemeinschaften versteht man Urnengemeinschaftsgräber, in denen zwischen 24 und 40 Urnen beigesetzt werden können. Jeder Verstorbene findet seine namentliche Erwähnung auf z. B. einer Stele, einem Findling oder einer großen Grabplatte. Meist handelt es sich bei diesen Grabstellen um abgelaufene ehemalige Familiengräber. Zu der Grabstelle hinzu bucht man die Grabpflege für 20 Jahre (ohne dem geht es nicht) und einmalig die Steinmetz-Arbeiten.
Mit dieser Alternative umgeht man sowohl eine anonyme Urnengemeinschaftsgrabstelle, die man vielleicht schon nach einem Jahr nicht mehr genau findet als auch eine unendliche Grabpflege, die besonders im Alter sehr beschwerlich sein kann. Egal, wann man diese Grabstelle aufsucht, sie ist immer gepflegt und ein gern besuchter Platz zum Trauern und Zwiesprache halten.
Die Urnenstele
Bei einer Urnenstele handelt es sich um eine Art Säule, in der meist 2 bis 4 Urnen Platz finden. Die einzelnen Fächer der Urnenstele werden ähnlich wie in einer Urnenwand mit Namensplatten bzw. Namenstafeln verschlossen. Die einzelnen Fächer sind immer übereinander angeordnet. Einige Modelle haben kleine Ablagen für Grablichter, andere haben eine zentrale Ablagestelle für Blumen.
Nicht alle Friedhöfe bieten auch alle Grabarten an. Bitte informieren Sie sich im Vorfeld, welche Grabstellen auf dem gewünschten Friedhof zur Verfügung stehen oder auf welchem Friedhof in Ihrer Umgebung die gewünschte Grabart vorhanden ist.